Holz spalten

Holz spalten

Diese möglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung

1. Die verschiedenen Möglichkeiten

Holz spaltenKamine und Holzbrennkessel erfreuen sich großer Beliebtheit, was unter anderem am Preis und der Umweltfreundlichkeit des regenerativen Brennstoffs liegt. Um Holzstücke für den Brenneinsatz in eine nutzfähige Größe zu versetzen, ist Holz spalten unvermeidlich. Neben dem klassischen manuellen Einsatz einer frei geschwungenen Axt auf einem Spaltblock gibt es Alternativen, um Holz spalten zu können. Trittkraft kann bei Fußspaltern die anstrengende Armarbeit ersetzen. Vertikal ausgerichtete Spaltmaschinen arbeiten mit der Schwerkraft, die bei der manuellen Bedienung die erforderliche Schlagwucht erzeugt. Elektrische und hydraulische Spaltgeräte übernehmen beim Holz spalten einen Großteil des Kraftaufwands auf technischem Weg. Die meisten Hersteller bieten Geräte zum Holz spalten mit elektrischem und/oder hydraulischem Antrieb für vertikale Spaltungsrichtungen an.

1.1 Kraftvolle Werkzeuge

Allen Werkzeugen zum Holz spalten ist gleich, dass teilweise enorme Energie und Kraft benötigt werden. Reine Handschlaggeräte wie Äxte und Beile müssen einen sicheren Griff, eine geeignete Stielform, einen schweren austarierten Schlagkopf, eine scharfe Klinge und eine zuverlässige Stabilität besitzen. Bei manuellen Spaltgeräten mit Klingenführungen und Einlagemöglichkeit für Spaltgut muss ausreichendes Platzangebot für die Scheitproduktion vorhanden sein. Die Schlagkraft beziehungsweise der Spaltdruck muss dem Holz angepasst sein, dass verwendet wird. Das Gleiche gilt für Spaltgeräte mit elektrischer und/oder hydraulischer Unterstützung. Sicherheitsaspekte von umherfliegenden Holzteilen über die Standfestigkeit der Arbeitsperson oder des Spaltgerätes bis zur Haltbarkeit des Arbeitsgeräts sind gesundheitserhaltende und lebenswichtige Vorplanungsschritte.

1.2 Natürlich gewachsener Rohstoff

Holz gespaltenNeben der Art der Kraftaufbringung und Einwirkung beim Holz spalten spielt auch das Spaltgut eine entscheidende Rolle. Die Gehölze können aus Hart- oder Weichholz bestehen und haben unterschiedliche Kern- und Splintholzanteile. Zusätzlich beeinflussen die Richtung des Faserverlaufs, ungleichmäßiger Wuchs, eingeschlossene Astansätze und Verwachsungen aller Art die Spaltfähigkeit. Dazu kommen der Frischezustand des Gehölzes und der Feuchtigkeitsgehalt. Für eine sichere, wunschgemäße und zuverlässige Herstellung von Scheithölzern müssen Spaltgeräte und Spaltgut aufeinander abgestimmt werden. Weitere wichtige Entscheidungskriterien sind körperliche Belastbarkeit, Kraft und der Mengenbedarf.

2. Beschaffenheit und Holzsorten

2.1 Maße und Lieferform

Holz auf PaletteGängigerweise werden Holzstämme in Sägewerken auf Längen zwischen dreißig und fünfzig Zentimeter vorgesägt. In der Handelssprache werden sei als halbmetrig oder viertelmetrig (33 Zentimeter) bezeichnet. Der Durchmesser beträgt meist zwischen zwanzig und dreißig Zentimeter. Das Stapelholz ist der Rohstoff, aus dem beim Holz spalten verfeuerungsfähige Scheitgrößen geschlagen werden müssen. Die meisten Brennraumtüren und Ofeneinlässe nehmen Scheite bis zu einem Durchmesser von zehn Zentimetern auf. Diese Holzscheitstärke liefert gleichzeitig die energieeffizienteste Brenndauer und Intensität. Die Wahl der Gehölzart richtet sich auch nach dem Heizwert. Je härter und damit dichter die Holzsorten sind, desto mehr Wärmeenergie und längere Brenndauer liefern sie. Beim Holz spalten sind harte Laubholzarten am kräftezehrendsten, weiche Laub- und Nadelgehölze leichter spaltbar.

2.2 Harte Laubholzarten

 

Buche

Teures Holz, da viel im Möbelbau und in Räuchereien verwendet. Als Brennholz meist nur in verwachsenen oder stark rindenhaltigen Stücken erhältlich, die beim Holz spalten zu bedingt nutzfähigen Scheiten führen.

Eiche

Hartes Holz, das vor dem Trocknen gespaltet werden sollte. Eine Lagersaison im Freien ohne Regenschutz wäscht die Gerbstoffe aus.

Roteiche

Lässt sich auch im frischen Zustand leicht spalten und sollte in Scheitform getrocknet werden.

Birke

Holz spalten bei frischem Birkenholz erfordert wegen des starken Faseraufbaus enormen Kraftaufwand. Spaltgeräte sollten mehr als fünf Tonnen Spaltkraft besitzen. Wenn vor dem Holz spalten getrocknet wird, verfault Birkenholz oft.

Esche

Eschenholz ist leicht spaltbar und preislich mit Buchenholz vergleichbar.

2.3 Weiche Laubholzarten und Nadelgehölze

 

Pappel und Weide

Beide Gehölze können leicht gespalten werden, wobei die Spaltung mehr einem Schnitt als einem Reißen entspricht.

Fichte und Tanne

Das schnelle Abbrennen von Fichte und Tanne macht die Gehölze vor allem als Anbrennreisig mit Scheitdurchmessern unter sieben Zentimetern interessant. Leichte Spaltbarkeit

Lärche und Kiefer

Beide Nadelgehölze lassen sich ebenfalls leicht spalten, verfügen aber über bessere Brenneigenschaften und einen höheren Heizwert als Fichte und Tanne.

3. Wuchs und Faserverlauf des Rohstoffs

3.1 Frisches oder getrocknetes Holz spalten

Spaltgut lässt sich am Besten bearbeiten, wenn der spezifische Aufbau der Rundhölzer beachtet wird. Generell ist Holz spalten im trockenen Zustand mit geringerem Kraftaufwand zu bewerkstelligen. Es muss allerdings, auch anhand der Holzart, abgewogen werden, ob die Kraftersparnis lohnt. Einige Gehölze, insbesondere Birke, neigen zum Verfaulen, wenn sie ungespalten getrocknet werden. Der zweite wichtige Aspekt ist die Trockendauer. Mit dem Holz spalten verringern sich Trockenzeiten bis zu zwei Dritteln. Wer sich eingehender mit dem besten Spaltzeitpunkt auseinandersetzen möchte, kann einen Restfeuchtigkeitsmesser einsetzen. Für das Holz spalten kann nach kurzer Recherche oder Nachfrage im Fachbetrieb der optimale Zeitpunkt „ermessen“ werden.

3.2 Maserung und Faserrichtung

Holz MaserungDie angelieferten Rundstämme verfügen über Faser- und Verlaufsrichtungen. Beim Holz spalten bestimmt die Wuchsrichtung des Baums die ideale Schlagrichtung. Das Holz sollte immer in der ursprünglichen Wuchsrichtung von oben nach unten gespalten werden. In vielen Fällen lässt sich aus dem Spaltgut ein guter Ansatzpunkt für das Ansetzen des Spaltwerkzeugs „herauslesen“. Im übertragenen Sinne wird beim Holz spalten immer mit dem Holz und nicht dagegen gearbeitet. Je härter oder größer das Spaltgut ist, desto eher ist ein asymmetrisches Spalten zu empfehlen. Oft ist der Übergangsbereich von Kern- zu Splintholz der beste Ansatzpunkt für eine Erstspaltung. Durch das Abreißen eines Spaltstücks entstehen meist „scharfe“ Kanten im ehemals runden Holz. Die folgenden Spaltschläge werden idealerweise jeweils im rechten Winkel zu einer oberen Bruchkante angesetzt.

3.3 Astlöcher, Knorze und Verwachsungen

In zufällig gesägten Baumholzstücken befinden sich Astlöcher, Knorze und andere Verwachsungen. Je höher die Qualität und der Preis des gewählten Holzes ist, desto weniger Unregelmäßigkeiten weist es auf. Beim Holz spalten sollte um die Verwachsungen herum gearbeitet werden und sie möglichst freigelegt und isoliert werden. Fast unmöglich ist das Spalten der Verwachsungen selbst. Daher sollten sie möglichst gut „gesäubert“ werden, was mit einer nachträglichen Bearbeitung durch ein Handbeil am leichtesten gelingt. Größere Harznester und Verharzungen können die Klingenschneiden des Spaltwerkzeugs verkleben. Eine kurze Zwischenreinigung kann die Wirksamkeit der Schärfe wieder erhöhen.

4. Spaltaxt und Spalthammer

4.1 Größe und Form

SpaltaxtMeist wird mit der Bezeichnung Hand- oder Spaltaxt eine Universalaxt beschrieben, die für gelegentliches Holz spalten gewählt wird. Wenn es um regelmäßiges Herstellen von Heiz- oder Kaminholz geht, sollte die Axt spezifischer gewählt werden. Je nach Holzart steht der schneidende oder zertrümmernde Aspekt im Vordergrund. Bei weicheren Nadelgehölzen mit langen Fasern schneidet die scharfe Klinge in das Holz. Die Spaltaxt hat einen schmalen Kopf mit einer Klinge, die parallel oder angeschrägt zum Stiel verlaufen kann. Der Stiel hat eine Länge zwischen siebzig und 85 Zentimetern. Zu empfehlen ist ein leicht geschwungener Schaft mit einem Stielknauf, der die Abrutschgefahr mindert. Für Hartgehölze mit kurzen Fasern eignet sich der Spalthammer besser. Er unterscheidet sich von der Spaltaxt durch einen schwereren Kopf und flacheren Keilwinkeln zur Schneide hin. Die Keilwinkel von Spaltäxten liegen zwischen zehn und zwanzig Grad, bei Spalthämmern erreichen sie bis zu vierzig Grad.

4.2 Aufbau und Ausstattung

Die Befestigung des Axtkopfes erfolgt bei der klassischen Holzstielaxt durch Aufstecken und Arretieren. Moderne Kunststoffstiele ermöglichen ein gegossenes Kopflager, das zur festen Verbindung der Bauteile führt. Den enormen Flieh- als auch Aufprallkräften, die auf den Axtkopf wirken, wird durch eine kombinierte Klemm- und Verkantungshalterung begegnet. Der Axtstiel wird durch das Auge des Spaltkopfes geführt. Eine eingesägte Längskerbe lässt sich beim Einführen zusammendrücken. Das Schaftende verbreitert sich zur Grifffläche hin und bildet den sogenannten Axtrücken. Der Stiel wird tiefstmöglich eingetrieben beziehungsweise das Auge wird weitestmöglich auf den Schaft gesteckt. Ein Haltekeil wird in die Kerbe eingetrieben und durch zwei krampenförmige Kreuz- oder Diagonalkeile zusätzlich gesichert.

4.3 Handhabung und Vorgehensweise

Beim Holz spalten mit einer Axt wird die Kombination aus Schwung und Muskelkraft genutzt. Ein weit ausholender Bewegungsradius verstärkt die Aufschlagkraft. Neben abplatzenden und herumfliegenden Holzteilen und Splittern besteht die größte Gefahr beim Holz spalten darin, das Spaltgut nicht zu treffen. Der Schwung setzt sich fort und der Axtkopf kann schlimmstenfalls bis zum Bein des Schlagenden durchschwingen.

4.4 Spaltäxte im Vergleich

HerstellerMS-WarenvertriebFiskarsBigLeafOchsen­kopfFiskarsFuxtechVeto
ModellSpaltaxt FiberglasSpaltaxt X27-XXLSpalt-Axt-SetSpalt-Fix-Axt Rotband-­PlusSpaltaxt X25, Mehr­farbigAXT Set, 2 teiligSPALTAXT 3000 Gramm
Kopf­gewicht2,2 kg1,83 kgGroße Axt: 2,2 kg
Kleine Axt: 1,0 kg
2,5 kg1,83 kgGroße Axt: 2,00 kg
Kleine Axt: 0,80 kg
Keine Angabe
Gesamt­gewichtCa. 2,6 kg2,85 kgGroße Axt ca. 2,6kg
Kleine Axt ca. 1,3kg
3,8 kg2,45 kgGroße Axt: 2,40 kg
Kleine Axt: 1,10 kg
3,00 kg
StielAus hoch­wertigem FieberglasLeichter Stiel aus glasfaser­verstärktem KunststoffStiel mit Fiberglas stabilisiertHickory­stielFiberglas Stiel gerade geformtStiel aus gummierten HandgriffFieber­glasstiel mit Anit-Rutsch-Griff
Länge90 cm96 cmGroße Axt: 90 cm
Kleine Axt: 40 cm
80 cm72 cmGroße Axt: 81 cm
Kleine Axt: 35 cm
91 cm
KlingeExtra breit,
Klingen­höhe: 20 cm
Schneide­länge: 9 cm
Keilförmig geschmiedeter Axtkopf mit hohem HärtegradExtra breite Schnitt­kante (keilförmig) um Holz zu spaltenGekrümtes Blatt aus Stahl inkl. Hammer­funktionPräzisions­geschliffene Klinge aus Karbonstahl mit doppelt­gehärteter Spitze Kline aus Carbon­stahl 1045Keine Angabe
Merkmale✅Integrierter Spaltkeil im Schlagkopf✅Für Stamm­stücke mit Durchmesser von über 30 cm✅Im Set geliefert (1 große und 1 kleine Spaltaxt)✅Bekannte Marke✅Antihaftbeschichtung der Klinge✅10 Jahre Garantie✅Inkl. Gummi-Klingen-­Schneid­schutz für Ladung und Transport
Bewertungen
Preis19,99 EURab 35,97 EUR29,99 EUR69,00 EUR58,89 EUR37,00 EUR17,90 EUR
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5. Hilfswerkzeug und Sonderformen

5.1 Hilfswerkzeug Beil

HolzbeilBei einem Beil handelt es sich vereinfacht gesagt um eine kleine Axt. Das Prinzip des Aufbaus und der Arbeitsanwendung ist sehr ähnlich. Durch den kurzen Stiel von dreißig bis vierzig Zentimetern kann beim Holz spalten nur beschränkte Kraft wirken. Beile werden vor allem für das Entasten von Stämmen oder für kleinere Nacharbeiten beim Holz spalten eingesetzt. Für sprödes, getrocknetes und faseriges Spaltgut kann ein Beil ausreichen. Meist muss, anders als bei einer Axt, der Spaltvorgang mit dem „aufgespießten“ Spaltholz mehrmals wiederholt werden. Bei der Beilführung wird durch einen höheren Ansatz der Griffhand näher am Beilkopf die Schlagpräzision erhöht. Die Schlagkraft sinkt im umgekehrt proportionalen Maß.

5.2 Vertikale Aufsatzgeräte

Holzspalter HandbetriebFür den Privatgebrauch haben einige Hersteller senkrecht arbeitende Aufsatzspalter entwickelt. Die Schwerkraft zieht einen losgelassenen beweglichen Metallzylinder an einer Führungsstange laufend zum Aufprallpunkt des Spaltkopfes. Der Spaltkopf wird in unterschiedlichen Formen und Funktionsweisen gestaltet. Eine reine Stangenkonstruktion wird auf das Spaltgut aufgesetzt. Das bewegliche Metallgewicht wird losgelassen beziehungsweise auf den Schlagkopf geschleudert. Die Keilspitze treibt sich beim Holz spalten ins Holz. Die andere Konstruktionsart besitzt einen Ausleger an der Führungsstange, der als Schlagkopf fungiert. Er wird auf das Spaltgut aufgesetzt und die Führungsstange seitlich am Rundholz vorbeigeführt. Dabei dient der Boden oder der Spaltblock oder Stamm als Gegenlager.

Eigenschaften und Erfahrungen
Die Meinungen über Aufsatzgeräte bezüglich der Leistungsfähigkeit und der Nutzbarkeit beim Holz spalten gehen stark auseinander. Gegenüber der Axt haben sie in der Handhabung einen Sicherheitsvorteil. Einige Modelle erhöhen die Bedienungssicherheit durch zweihändige Bedienweise. Die Hersteller geben Schlagkräfte zwischen einer und zehn Tonnen an. In Erfahrungsberichten wird in mehreren Fällen von eingeschränktem Erfolg beim Holz spalten berichtet, insbesondere bei Hartgehölzen und Verwachsungen im Spaltgut. Alle Aufsatzmodelle haben gemeinsam, eine enorme Arbeitslautstärke zu entwickeln. Das Aufeinandertreffen von Metall führt zu akustischem Knallen und Schlagen, das die Nutzung in der Mittagszeit, am Abend und am Wochenende nicht erlaubt.

6. Fußspalter

6.1 Aufbau und Konstruktion

FußspalterWenn die Bein- und Trittkraft beim Holz spalten genutzt wird, kommen waagerecht angelegte Geräte zum Einsatz. Mechanische Fußspalter arbeiten mit einer Art Schlittentechnik. Sie bestehen aus einem Stand- und einem Schlaggestänge, das durch Feder- und Teleskopverbindungen beweglich miteinander verbunden ist. Das im Winkel von etwa 45 Grad aufgeklappte Schlaggestänge dient als Auflage für das Spaltgut. Am unteren Ende, kurz vor dem Klappmechanismus, befindet sich der Spaltkeil. Am gegenüberliegenden Ende ist eine Trittfläche angebracht. Auf dem Schlaggestänge befindet sich ein beweglicher Greifschlitten, der das Spaltgut an der Oberseite festklemmt. Das Aussehen des Greifschlittens erinnert an die Form einer Klemmbacke eines Schraubstocks.

6.2 Anwendung und Handhabung

Der Greifschlitten ist an einer Teleskop- und Federaufhängung befestigt. Beim Holz spalten wird durch den Tritt und das Schließen des Fußspalters der Schlitten zum Spaltguttransporteur. Die übertragene Krafteinwirkung befördert und drückt das Holz schlagartig auf und über den Spaltkeil. Am unteren Ende springen die beiden Spaltteile des Holzes auseinander. Je nach Bau- und Konstruktionsart können Hebelübersetzungen zu einer verstärkten Kraftübertragung führen. Anders als bei von oben wirkenden Spaltwerkzeugen muss das Spaltgut eine passende Maximallänge besitzen. Das Funktionsprinzip wird aus bei Modellen mit hydraulischer Unterstützung angewendet. Spaltgut fliegt nicht weit und bei sachgemäßer Bedienung erlaubt ein Fußspalter eine risikoarme Benutzung.

6.3 Schlagkraft im Horizontalbetrieb

Grundsätzlich ist waagerechtes Holz spalten auch durch Armkraft möglich. Trotz geschickter Hebel- und Kraftübersetzungen sind Armkräfte aber meist zu limitiert, um ein sinnvolles Kraft-Ergebnis-Verhältnis zu schaffen. Für kleines und weiches Spaltgut werden auch mit den Händen bedienbare waagerechte Spaltgeräte angeboten. Vereinzelte Hersteller kombinieren Spaltdruck und Schneidekraft durch sichelförmige Hebel, die auf und durch das im unteren Gestänge auf einer Halterung eingelegte Spaltgut geführt werden. Die Schlagkraft beim waagerechten Holz spalten mit Muskelkraft erreicht nicht über zwei Tonnen. Um Hartgehölze, große Mengen oder stark verwachsenes Holz spalten zu können, ist ein Fußspalter mit hydraulischem Antrieb und Schlagkräften ab mindestens vier Tonnen erforderlich.

7. Hydraulikspalter

7.1 Vertikale Funktionsweise

Hydraulik Holzspalter VertikalVertikale Hydraulikspalter sind mit Rammen vergleichbar. An einer Seite des Geräterahmens ist ein Elektro- oder Benzinmotor angebracht, auf der gegenüberliegenden Seite ein in einer Führung gelagerter Auflagetisch. Oberhalb des Tischs am oberen Geräterahmen ragt ein galgenförmiger Ausleger als Halterung des Spaltbeils heraus. Je nach Bau- und Konstruktionsform ist das Spaltbeil mit einer festen Verbindung an einem seitlich oder oberhalb angebrachten Hydraulikzylinder befestigt. Der Motor erzeugt durch Druckaufbau im Zylinder Kraft, die manuell ausgelöst wird. Moderne Geräte verfügen aus Sicherheitsgründen über Zweihandbedienungen. Nach dem Einstellen des Spaltguts auf den Teller löst das gleichzeitige Zusammendrücken von zwei seitlichen Bedienungsarmen den hydraulischen Druck aus. Das Spaltbeil „drückt“ sich von oben in senkrechter Richtung durch das Spaltgut. Beim Loslassen eines Armes stoppt die Bewegung. Wenn beide Arme losgelassen werden, befördert die Hydraulik den Spaltkeil wieder in die Ausgangsstellung. Die langsame Druckbewegung beim Holz spalten führt zu einem vergleichsweise „schneidenden“ Vorgang. Gängige Spaltkraftleistungen liegen zwischen vier und zehn Tonnen.

7.2 Hydraulikspalter im Vergleich

HerstellerAtikaDemaAtikaGüdeGüdeBULKSTON
ModellASP 8 N Brennholz­spalterHolz­spalter 6t/230VBrennholz­spalter ASP6L2302025 Holzspalter Basic 8T/DHolzspalter DHH 1050 / 8 TCHolzspalter HSB 14-1300
Gesamt­gewicht Hydraulik-­Spalter104 kg 97 kg103,5 kg117 kg110 kg194 kg
Spaltdruck8 Tonnen6 Tonnen6 Tonnen8 Tonnen8 Tonnen14 Tonnen
Motor­leistung3.000 Watt3.000 Watt2.800 Watt3.600 Watt3.000 Watt4.000 Watt
Anschluss230 V230V230V400V230VElektr­omotor 400V
Maximale Spaltgut­länge105 cm105 cm103 cm40 cm30 cm130 cm
Merkmale✅3-fach höhen­verstellbarer Spalttisch

✅Hubhöhe stufenlos einstellbar
✅Spalttisch zusätzlich 3 stufig höhen­verstellbar✅2-Hand-­Sicherheits­bedienung✅Ausstattung: 2-Hand-Sicherheits­bedienung

✅Höhen­verstellbar
✅Spalt­messer aus Spezial­stahl - Korrosions­geschützt durch Pulver­beschichtung✅Stehende Ausführung inkl. Spaltkreuz

✅5 Jahre Garantie
Bewertungen
Preis445,00 EUR399,00 EUR415,00 EUR458,12 EUR525,18 EUR849,00 EUR
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7.3 Horizontale Funktionsweise

Holzspalter HorizontalDas hydraulische Holz spalten in horizontaler Richtung entspricht im Aufbau- und Konstruktionsprinzip der manuellen Fußspalter. Da ein Motor die Kraft entwickelt, sind auch mit der Hand und durch Armkraft bedienbare Spaltgeräte gängig und verbreitet. Beim Holz spalten wird das Spaltgut auf eine waagerechte Liegeschiene aufgelegt. Die Bewegung und Kraftausübung auf den Schlitten übernimmt ein hydraulischer Zylinder. Energie wird über eine Welle beziehungsweise einen Hebel übertragen, der fest mit dem Zylinder verbunden ist. Beim hydraulischen Holz spalten kann auch in horizontaler Richtung auf den Spaltschlag zugunsten eines schneidenden „Auseinanderdrückens“ verzichtet werden. Dadurch entfallen weit fliegende Splitter und Holzstücke. Die meisten Modelle der horizontalen Geräte bieten Auflagelängen bis zu fünfzig Zentimeter. Sie werden als Bodengeräte oder mit Gerüstunterbau als erhöhte Standausführungen angeboten. Bodengeräte gibt es mit Fuß- oder Handauslösung. Die Mehrzahl der handelsüblichen hydraulischen Hydraulikspalter liefern Spaltkraftleistungen zwischen vier und acht Tonnen. Der entscheidende Unterschied zu senkrechten Bauweisen liegt in der mechanischen Arbeitsweise. Während beim vertikalen Holz spalten das Spaltbeil durch das Spaltgut geführt wird, bewegt sich beim horizontalen Spalten das Spaltgut durch Druckausübung über den Spaltkeil.

8. Hilfsmittel und Tricks

8.1 Autoreifen senkt Aufwand und erhöht Sicherheit

Wenn mit einer Axt oder einem Beil Holz gespaltet wird, dient als praktische Auflage meist ein Holzklotz. Bei jedem Treffer splittern Holz und zufällige Splitter und Scheite fliegen teilweise meterweit in alle Richtungen. In den meisten Fällen fallen alle Bestandteile des Spaltguts komplett vom Holzklotz und müssen immer wieder neu aufgesetzt werden. Um beim Holz spalten den Aufwand des Aufhebens und Einsammelns zu vermindern, hilft der sogenannte Reifentrick. Ein alter Mantel eines Autoreifen wird an mehreren Stellen auf den Holzklotz genagelt. Er umgibt die Schlagfläche wie ein Kragen und verhindert das komplette Herunterfallen des Spaltguts. Die Kragenhöhe sorgt zudem für geringere Mengen umherfliegender Holzteile. Der Reifen bildet zudem eine Sicherheitsbarriere. Wenn ein Axthieb tatsächlich nicht trifft, lenkt das elastische Gummi die Schwungkraft um und kann verhindern, dass beim Durchschwingen das Bein getroffen wird.

8.2 Video: Holz spalten mit Hilfe eines Autoreifens

8.3 Hilfskeile erhöhen Präzision und Effektivität

SpaltkeilHolz spalten mit frei schwingendem Werkzeug ist immer von der Treffsicherheit und der Beilwirkung abhängig. Gezielteres Spalten ist mit Hilfskeilen möglich. Wenn vorteilhafte Spaltansatzstellen wie Faserrisse oder Holzspalten im Spaltgut vorhanden sind, können Hilfskeile angesetzt werden. Ein leichtes Fixieren mit der Axtkopfrückseite reicht aus, um sie einschlagfähig einzuklemmen. Die Klingenschneiden werden durch Axthiebe mit der Kopfrückseite präzise und zielgenau eingetrieben. Wichtige Regel bei der Nutzung von Hilfskeilen beim Holz spalten ist das Vermeiden von Schlägen von Metall auf Metall. Eine besondere Hilfskeilart ist das Spaltkreuz. Es besteht aus im rechten Winkel angeordnete versetzte Keilklingen. Wenn Sie aufgesetzt werden, ist beim Holz spalten das Zerteilen des Spaltguts in vier Teile mit einem Schlag möglich.

9. Art der Spaltklingen

9.1 Spaltgutart bestimmt vorteilhafteste Klingen

Idealerweise wird das Werkzeug zum Holz spalten den individuellen Gegebenheiten und Wünschen angepasst. Die Keilformen an allen Hilfsgeräten von der Axt und dem Beil über Fußspalter bis hin zu hydraulischen Spaltern können unterschiedliche Winkel und Schliffformen aufweisen. Die vorteilhaftesten Formen orientieren sich an der Holzart, des Zustands und der Menge des zu erwartenden Spaltguts. Ein Axthammer hat Keilwinkel bis zu vierzig Grad, eine Spaltaxt zwischen zehn und zwanzig Grad. Die Klingen können linear oder ballig ausgeführt sein, was Unterschiede im Spaltverhalten bewirkt. Wenn beispielsweise Brennholz für den Kamin und anderes Holz für eine Holzheizung benötigt wird, kann die Anschaffung unterschiedlicher Äxte und Beile sinnvoll sein. Hochwertige semiprofessionelle oder professionelle Spaltgeräte besitzen austauschbare Schlagkeile, die beim Holz spalten je nach Bedarf angepasst werden.

10. Kaufkriterien für Spaltwerkzeuge

Bei der Suche und Entscheidung für die richtigen Spaltwerkzeuge sollten folgende Kaufkriterien berücksichtigt werden:

-Anfallende Spaltgutmenge
-Bevorzugte Holzart(en)
-Lieferzustand des zu erwartenden Spaltguts
-Körperkraft und Fitness
-Geräuschentwicklung und Nachbarschaft
-Verfügbarer Arbeits- und Spaltplatz
-Lager- und Trockenmöglichkeiten für Spaltgut
-Aufbewahrungsmöglichkeiten und verfügbarer Platz für Werkzeug
-Markengeräte mit den technischen Prüfsiegeln CE und GS, idealerweise auch TÜV
-Hydraulische Spaltgeräte nur mit ausführlicher deutschsprachiger Bedienungsanleitung
-Technisches Verständnis und Instandhaltungsbereitschaft
-Persönliche Vorliebe und handwerkliche Erfahrung

11. Sicherheit und Schutz

11.1 Spaltplatz und Umgebung

Um sicheres Holz spalten zu gewährleisten, müssen der Arbeitsplatz, das Werkzeug und die Arbeitskleidung bedacht werden. Der muskulöse Almsenn mit freiem Oberkörper beim Holz spalten ist zwar aus vielen romantischen Filmszenen bekannt, aber gleichzeitig ein sehr schlechtes Vorbild. Wenn Axt und Beil zum Einsatz kommen, müssen Flugdistanzen bis zu fünf Metern in alle Richtungen erwartet werden. In diesem Umkreis dürfen sich keine Fensterscheiben oder andere zerbrechliche Dinge aufhalten. Der Boden für einen Auflagestamm oder die Platzierung eines Spaltgerätes muss fest und eben sein. Weiche, nachgiebige und unebene Flächen müssen mit Steinplatten oder Erdverdichtung befestigt werden. Wenn mit dem Holz spalten begonnen wird, muss im Vorfeld dafür gesorgt werden, dass gefährdete Personen und Lebewesen wie Kinder und Haustiere nicht unbeaufsichtigt in den Schutzbereich laufen können.

11.2 Werkzeugkontrolle und Instandhaltung

Beim Holz spalten treten an und mit allen Arten von Werkzeugen hohe Kräfte auf. Vor jedem Gebrauch muss der technisch einwandfreie Zustand des Spaltwerkzeugs überprüft werden. Bei jedem Wackeln oder Spiel, Verklemmung oder Blockade muss die Ursache ermittelt und behoben werden. Improvisation und Gebrauch mit der Einstellung „Wird schon gut gehen“ sind lebensgefährlich. Insbesondere Verschleißteile an kompakten Spaltgeräten sollten auf ihren abnutzungsfreien Zustand geprüft werden. Bewegliche Teile müssen entsprechend Herstellerangabe geschmiert, geölt oder gefettet sein. Axt- und Beilstiele dürfen keine Splitterungen oder Risse aufweisen. Fehlende Bauteile vom krampenförmigen Kreuzkeil der Axt bis zur Feststellschraube eines hydraulischen Vertikalspalter müssen vor der Nutzung beziehungsweise Inbetriebnahme vervollständigt werden.

11.3 Schutzkleidung und persönliche Voraussetzungen

SchutzbrilleJedes Holz spalten verlangt schützende Kleidung und ein Grundmaß bezüglich der körperlichen und der psychischen Verfassung. Beim Holz spalten mit der Axt sind Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen empfehlenswert. Eine Schutzbrille hält Holzsplitter ab. Passende Baumwollkleidung sollte nicht zu eng und nicht zu weit sein, um beim Schlagen nicht zu stören. Sogenannte Holzfällerhemden bestehen aus schwerem Baumwollstoff, der zumindest kleinere umherfliegende Holzsplitter abhält. Um ein Abrutschrisiko zu minimieren, sollten entweder Arbeitshandschuhe mit aufgerauter Handinnenflächen benutzt werden oder Talkum gegen Handschweißbildung bereit stehen. Die persönliche Konzentrationsfähigkeit der erwachsenen Person darf nicht durch Medikamente, Alkoholgenuss, Ablenkung oder Probleme eingeschränkt sein.

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