Abfluss verstopft

Abfluss verstopft?

Mit diesen Hilfsmitteln bekommen Sie das Problem wieder in den Griff

1. Ein Problem das nicht ignoriert werden sollte!

Es gibt kaum einen Menschen, der noch nicht erlebt hat, dass ein Abfluss im Haushalt verstopft. In einigen Fällen kündigt sich die sanitäre Apokalypse durch ein stetiges Verschlechtern des Abfließens an, in manchen Fällen blockiert das Ablaufen akut und überraschend. Ein Aufkommen von Schmutzpartikeln in Abwasserleitungen ist nicht zu verhindern. Haare, Reste kosmetischer Substanzen, Reinigungspapiere aller Art und Hautschuppen können sich an den Rohrwänden ablagern. In den meisten Fällen kann der verstopfte Abfluss mit chemischen oder mechanischen Mitteln wieder gangbar gemacht werden. Empfehlenswert ist ein Steigern der Eingriffsintensität bis zum Reinigungserfolg. In seltenen Fällen muss ein Fachbetrieb übernehmen.

1.1 Siphons und Geruchsverschlüsse

SiphonWie und wo eine Verstopfung entsteht, hängt von der Anschlussart ab. Unter einem Waschbecken befindet sich ein gebogenes Rohr, der Siphon, der als Geruchsverschluss und als Schmutzfänger fungiert. An einer Toilette übernimmt das gebogene Abflussrohr nur den Geruchsschutz. Unter Dusch- und Badewannenböden sind Flaschen- oder Tassensiphons montiert. Das erste Ansatzrohr des Abflusses ragt in ein „Wasserbad“. Wenn Wasser abläuft, schwappt der Pegel über und läuft am seitlichen Auslauf ab. Die unterschiedlichen Formen bieten nur beim Waschbecken eine direkte Reinigung durch Demontage an. Alle anderen Abflüsse können meist nur durch die Abflussöffnung erreicht werden. Manche Badewannen und Duschen bieten durch Revisionsöffnungen einen Zugang an.

1.2 Chemische und mechanische Reinigungsmethoden

Für die Reinigung eines verstopften Abflusses von innen heraus kommen chemische und mechanische Hilfsmittel zum Einsatz. Chemische Mittel besitzen mehr oder weniger aggressive Inhaltsstoffe, die mit Schmutzablagerungen reagieren. Im Idealfall lösen sie die Verstopfungsursache wie Klumpen und Verdickungen auf. Schwierig ist die passende Auswahl, da die Bestandteile versteckt und unbekannt sind. Bei der Verwendung chemischer Substanzen müssen zusätzlich auf Grundwasserverträglichkeit, Entwicklung giftiger Dämpfe und Verträglichkeit mit Rohren und Dichtungsmaterialien geachtet werden. Mechanische Methoden funktionieren mit Bohrkraft oder mit Vakuumerzeugung. Elastische und flexible Abflussspiralen werden eingeführt und rotierend bewegt. Eine Saugglocke, auch unter den Namen Pömpel oder Pümpel bekannt, erzeugt durch pumpende Bewegungen Unterdruck im Rohr.

2. Mechanische Werkzeuge

2.1 Saugglocken und Vakuumpumpen

SaugglockeDie schonendste und am wenigsten aufwendige mechanische Reinigungsart ist das Einsetzen von Über- und Unterdruck. Die Saugglocke (Pömpel, Pümpel) wird auf luftdicht auf die Abflussöffnung aufgesetzt. Eventuelle Überlauföffnungen in Becken und Wannen müssen luftdicht verschlossen werden. Ein nasser Waschlappen erfüllt diese Funktion. Durch ein Auf- und Abbewegen wird der Inhalt es Rohres abwechselnd mit Über- und Unterdruck versorgt. Schmutzablagerungen lösen sich von den Rohrwänden und lassen sich durch nachkommendes Wasser ausspülen. Für hartnäckigere Fälle gibt es Vakuumpumpen, teilweise auch mit elektrischem Antrieb. Sie dürfen aber nur angewendet werden, wenn sichergestellt ist, dass das Rohrsystem dem ausgeübten Druck gewachsen ist. Widerstandsfähige Schmutzpfropfen können sonst zum Platzen der Rohre führen.

2.2 Abflussspiralen und Wendelwellen

AbflussspiraleDas Arbeits- und Wirkprinzip der Abflussspirale oder Wendelwelle ist eine Mischung aus bohren, drücken, fräsen und schlagen. Spiralförmig gewendelter Draht bildet die Führung für eine rotierend bewegliche Welle. An der Spitze biegsamen Welle befindet sich ein ebenfalls spiralförmiger Bohrkopf oder eine Greifzange. Auf der Gegenseite endet die Welle in einer rechtwinkligen Kurbel oder bei semiprofessionellen und großen Modellen in einem angesetzten Elektromotor. Die Biegefähigkeit der Wellen ist auf die herkömmlichen Radien von Rohrbögen bei Haushaltsabflüssen ausgelegt. Kleinere Wellenquerschnitte erhöhen die Biegsamkeit. Durch Aufsätze können die Abflussspiralen verlängert werden. Für normale Privathausanschlüsse reichen meist zwei Meter aus. Der Greif- oder Bohrkopf zerstört oder zieht Schmutzpfropfen aus dem Rohr.

2.3 Anwendungsgrenzen und Risiken

Risiko bei allen mechanischen Methoden ist das Befördern des Schmutzes in tiefere Rohrregionen, die im schlechtesten Fall einen aufwendigen professionellen Einsatz erforderlich machen. Um diesem Risiko vorzubeugen, sollten Vakuum erzeugende und bohrende Reinigungsmethoden schon bei leichtesten Anzeichen einer Verstopfung wie ein langsamer werdender Wasserablauf angewendet werden. Abflussspiralen dürfen nur vorsichtig und mit „Gefühl“ durch Rohre bewegt werden, um insbesondere bei Kunststoffrohren die Gefahr der Wandverletzung auszuschließen. Bei erreichbaren Siphons wie unter einem Waschbecken sollten mechanische Werkzeuge immer erst nach der Reinigung des Bogenrohrs eingesetzt werden.

2.4 Druckluftgeräte

Mit Hochdruckluftgeräten sollte sehr vorsichtig hantiert werden. Eine Druckluftpistole erzeugt auch bei manuellem Betrieb einen Druck bis zu vier Bar. Der Überdruck wird in das Abflussrohr „geschossen“. Dabei wird das schwächste Element im Zirkulationssystem zerstört. Das ist besonders unter Badewannen und Duschen oft nicht der Schmutzpfropfen, sondern der Siphon. Ein sehr großes Risiko besteht bei nicht vorhandener Revisionsöffnung, durch die der Ablaufstutzen nach der Anwendung kontrolliert werden kann. Der „gereinigte“ Abfluss transportiert das ablaufende Wasser in nicht wenigen Fällen in den Raum unter der Wanne oder Duschtasse. Professionelle Rohrreiniger arbeiten ausschließlich mit Unterdruck, um eine Zerstörungsgefahr auszuschließen.

3. Biologische und chemische Reinigungsmittel

3.1 Spezialreiniger in Granulatform

Ziel der chemischen Rohrreinigungsmittel ist das Zerstören des ab- und angesetzten Schmutzes im Abflussrohr. Dafür werden anorganische Inhaltssubstanzen genutzt, die mit den organischen Rückständen chemisch reagieren. Die in Verbindung mit Wasser entstehenden Laugen „ätzen“ sich in die chemischen Aufbaustrukturen der Schmutzbestandteile. Hitze- und Gasentwicklung führen zum „Aufbrechen“ und im besten Fall dem Zerfallen. Da bei diesem Vorgang Explosionsgefahr entstehen kann, müssen weitere chemische Substanzen zugemischt werden, die zu giftigen Ammoniakdämpfen führen. Durch die Hitzeentwicklung können zu empfindliche Kunststoffrohre beschädigt werden. In manchen Fällen wie Wirkungslosigkeit und zu hoher Dosierung kann der Spezialreiniger verklumpen. Durch Trocknen und Aushärten verstärkt sich die Verstopfung.

3.2 Flüssige Spezialreiniger

Rohrreiniger FlüssigDie chemischen Bestandteile flüssiger Rohrreinigungsmittel zielen auf das Zerstören von Fettstrukturen ab. Sie arbeiten ebenfalls mit alkalischer Lauge, allerdings meist ohne den Erhitzungseffekt. Die schmutzlösende Wirkung stellt sich erst nach längerem Einwirken ein. Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz sind Fette, die als „Stabilisatoren“ des Schmutzes dienen. Wenn die Aufbaustruktur des Schmutzes hauptsächlich von anderen Binde- und Haltestoffen abhängt, bleiben flüssige Spezialreiniger annähernd wirkungslos. Modernere Flüssigkanalreiniger arbeiten mit Enzymen, die Fette spalten können. Sie haben keine ätzende Wirkung, brauchen allerdings für die Fettspaltung lange, teilweise bis zu mehreren Tagen. Alle chemischen Abflussreinigungsmittel dürfen nicht gleichzeitig oder in kurzen Zeitabständen zusammen verwendet werden, da auch untereinander chemische Reaktionen bis zur Brand- und Explosionsgefahr entstehen.

3.3 Verhältnismäßig harmlose Hausmittel

Da fast jeder Mensch schon mit einem verstopften Abfluss zu tun hatte, sind auch immer wieder vermeintliche oder tatsächlich wirksame Hausmittel aufgetaucht. Wenn mechanische Methoden nicht zum Erfolg geführt haben, ist ein Ausprobieren vor dem Einsatz chemischer Mittel oder der Hinzuziehung eines Profis lohnenswert. Als einfachster Erstversuch sollte kochendes Wasser in den verstopften Abfluss geschüttet werden. Bei leichten fetthaltigen Verstopfungen kann das Wasser ausreichen. Nach dem Einfüllen einiger Teelöffel Backpulver, Back- oder Waschsoda oder Natron in das Abflussrohr reagiert darübergeschütterter Essig durch Blubbern und Wärmeentwicklung. Diese Art „Kohlensäureturbolader“ sprudelt den Abfluss idealerweise frei. Heißes Kartoffelwasser, Cola und Essigessenz sind weitere Versuche wert.

Rohrreiniger im Vergleich

HerstellerMellerudDranoBiochemMellerudHotregaRoraxRorax
ModellRohr Frei Aktiv GelPower Gel, 2er Packbio-chem ® HAAR-WEG Abfluss­freiRohr Frei GranulatAbfluss FixRohrfrei Power Gel Abfluß­reinigerRohrfrei Power-Granulat
Menge1 Flasche, 1000 ml 1 Flaschen, zu je 1000ml1 Flasche, 1000 ml1 Flasche, 600 Gramm Granulat1 Flasche, 1000 ml1 Flasche, 1000 ml12er Pack (12 x 60 g)
Einsatz­bereichWasch­becken, Spül­tischen, Dusch­tassen, Badewannen, WC's und AbläufenFür alle Rohrarten (z.B. Kunststoff, Metall etc.) geeignetSiphons, Rohre und AbflüsseWasch­becken, Spültischen, Dusch­tassen, Badewannen, WCs und AbläufenWasch­becken, Spültische, Dusch­tassen, Bade­wannen, WC‘s und Abläufe aller ArtFür alle Abflüsse und Abfluss­rohre geeignetWasch­becken und Abflüsse
Inhalts­stoffeNatrium­hydroxid und wasch­aktive SubstanzenEnthält Natrium­hydroxidKeine AngabeEnthält Natrium­hydroxidKeine AngabeAnionische Tenside, Duftstoffe, Linalool und Natrium­hydroxidKeine Angabe
PH- WertStark alkalischNicht PH-NeutralKeine Angabe13 - 1413ca. 12,65, Konzentration: 10,00 g/l > 12, Konzentration: 10,00 g/l
Merkmale✅Auch für Kunststoff­rohre geeignet.✅Sinkt direkt zur Ver­stopfung durch✅Chlorfrei✅Umwelt­freundlich✅Schont Rohre und Dichtungen sehr gut✅Nur sehr kurze Einwirkzeit✅Praktische Anwendung durch Verpackung
Bewertungen
Preis5,49 EUR9,58 EUR15,95 EUR3,24 EUR12,99 EUR7,18 EUR11,40 EUR
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4. Waschbecken

4.1 Siphon und Verrohrung

Siphon KücheWaschbecken in Küche, Bad und Gästetoilette sind die am häufigsten gebrauchten Spül- und Waschplätze. Gleichzeitig bieten fast alle Modellvarianten mit ihrem offen liegenden Siphon die beste Reinigungsmöglichkeit. Wenn eine Verstopfung eingetreten ist, wird immer zuerst das Bogenrohr demontiert und gesäubert. Wenn die Verstopfungsursache tiefer im Abflussrohr liegt, kann das Abflussrohr mit offenem Stutzen gut erreicht werden. Auch ohne akute Verstopfung sollte ein Siphon routinemäßig ein- bis zweimal im Jahr gereinigt werden. Natürlich kann vor der Demontage mit einer Saugglocke ein erster Reinigungsversuch unternommen werden. Reinigungsmittel sind nur bei Geruchsentwicklung zu empfehlen, ansonsten sollten mechanische Methoden vorgezogen werden.

4.2 Reinigungsanleitung für das verstopfte Waschbecken


1. Siphon abschrauben
Das Bogenrohr im Siphon ist an beiden Seiten mit einer Ringschelle befestigt. Diese lassen sich mithilfe einer gewöhnlichen Rohrzange, meist in Rechtsdrehung, gut lösen. Vor dem Aufschrauben sollte ein Eimer oder eine Schüssel aufgestellt werden, weil fast sicher das stehende Wasser verschwappt. Plastik- oder Gummihandschuhe schützen die Hände vor der oft stinkenden und fettigen Wasserbrühe. Beim Schrauben sollte das Bogenrohr festgehalten werden, um Verbiegungen und Abreißen zu verhindern.
2. Bogenrohr ausleeren und spülen
Das Bogenrohr kann durch Umstülpen ausgeleert werden. Eine Flaschenbürste hilft beim Entfernen von Schmutzanhaftungen und der Reinigung der beiden offenen Rohrenden. Ein Spritzer Spülmittel löst den Fettfilm auf der Innenseite des Bogenrohrs.
3. Siphon wieder montieren
Vor dem Aufstecken des Bogenrohrs müssen die Dichtungsringe in den Schellen wieder eingelegt werden. Poröse oder beschädigte Ringe werden ausgetauscht. Nach der Montage wird ein Spültest ausgeführt, um die Dichtigkeit des Siphons und den Verstopfungszustand zu prüfen.
4. Ablaufstutzen wieder freilegen
Wenn die Verstopfung anhält und mit einer Saugglocke nicht beseitigt werden kann, wird das Bogenrohr wieder abmontiert. Beim Test muss auf das Verschließen der Überlauföffnung im Waschbecken geachtet werden.
5. Abflussspirale einführen
In den offen liegenden Eingangsstutzen des in der Wand verschwindenden Abflussrohres kann eine Abflussspirale gut eingeführt werden. Langsames Vorandrücken abbrechen, wenn Widerstand entsteht. Jetzt müssen per Kurbel oder Motor rotierende Wellenbewegungen dazugeschaltet werden.
6. Schmutz herausziehen
Wenn sich bei der Rotation Widerstand entwickelt, wird die Spirale vorsichtig herausgezogen und der festgesetzte Schmutz an der Spitze entfernt. Dieser Vorgang muss meist mehrmals wiederholt werden.
7. Reinigungsmittel
Bei Siphon und Verrohrung aus Metall können anorganische Reiniger entsprechend Herstellerangabe eingesetzt werden.

5. Badewanne

5.1 Siphon und Verrohrung

Bei einem verstopften Badewannenabfluss ist, ähnlich wie bei der Dusche, das Herankommen an das Anflussrohr das größte Problem. Bei vielen Installationen schwebt der Flaschensiphon frei im Hohlraum unter der Wanne. Dadurch entsteht Empfindlichkeit gegenüber mechanischer Krafteinwirkung. Wenn eine Revisionsöffnung den Zugang und Zugriff auf den Siphon ermöglicht, sollte vor dem Reinigen ein stützender Klotz unter den Siphon beziehungsweise die rechtwinklige Rohrbiegung geschoben werden. Die Revisionsöffnung ist oft hinter einer herausnehmbaren Fliese versteckt. Sie sollte immer, auch wenn der Wiederverschluss frische Verfugung nach sich zieht, zum Stützen und für die Kontrolle genutzt werden.

5.2 Reinigungsanleitung für die verstopfte Badewanne


1. Revisionsöffnung prüfen
Zuerst muss geprüft werden, ob eine Revisionsöffnung vorhanden ist und welche Erreichbarkeit sie erlaubt. Eine kleine Taschenlampe empfiehlt sich, um den Hohlraum unter dem Wannenboden auszuleuchten.
2. Lösen des Abflusskopfes
Nur wenn ein Zugriff und Festhalten durch die Revisionsöffnung möglich ist, kann über ein Lösen der Halteschraube am Abflusskopf nachgedacht werden. Ansonsten sollten mechanische Methoden ohne Eingriff an der Verrohrung angewendet werden.
3. Saugglocke
Die Saugglocke, der Pömpel oder Pümpel wird auf den Abfluss aufgesetzt und pumpend auf- und abbewegt. Dabei sollte der Krafteinsatz vorsichtig dosiert werden, um das Rohr und dessen Verbindungsstücke nicht zu beschädigen. Nach den ersten drei bis fünf Pumpbewegungen sollte beim Abziehen der Saugglocke Schmutzwasser aus dem Abfluss schwappen. Ein fettlösendes Hilfsmittel, möglichst biologisch wirksam, wie Spülmittel oder Essigessenz, kann die Schmutzauflösung unterstützen.
4. Abflussspirale
Der Einsatz einer Abflussspirale ist nicht in allen Fällen möglich. Oft sind die Einlassöffnungen im Abflusskopf zu klein oder der Rohrverlauf weist zu starke Krümmungswinkel auf. Mit Revisionsöffnung kann das Aufschrauben des Abflusskopfes die Einlassöffnung ausreichend erweitern. Beim Einführen der Spirale muss mit viel „Gefühl“ vorgegangen werden. Die Widerstände müssen zwischen bautechnischen Gegebenheiten und Schmutzablagerungen unterschieden werden. Im Zweifelsfall sollte von einem „Weiterbohren“ abgesehen werden.
5. Reinigungsmittel
In den meisten Fällen besteht die Verrohrung unter der Badewanne aus Kunststoff. Alle Reinigungsmittel, die mit Hitzeentwicklung arbeiten wie anorganische Reiniger und Soda- oder Natron-Essig-Mischungen können die Rohre beschädigen.

6. Dusche

6.1 Siphon und Verrohrung

Bei ebenerdigen Duschen ist nur ein äußerer Eingriff möglich. Wenn aufgesetzte Duschtassen vorhanden sind, kann eine Revisionsöffnung, ähnlich wie bei der Badewanne, vorhanden sein und helfen. Unter einer aufgesetzten Duschtasse ist ein schwebender Siphon möglich, der nur mäßige mechanische Krafteinwirkung verträgt. Bei im Boden oder Mauerwerk verlegten Abflussrohren handelt es sich oft um Metallausführungen. Sie sind widerstandsfähig und vertragen das Eindrehen von Abflussspiralen oder starke Pumpbewegungen gut. Die Schwierigkeit auch mit einer vorhandenen Revisionsöffnung ist oft, dass der Abfluss an der gegenüberliegenden Seite Richtung Rückwand platziert ist, was die Erreichbarkeit erschwert.

6.2 Reinigungsanleitung für die verstopfte Dusche


1. Revisionsöffnung prüfen
Bei einem verstopften Duschabfluss mit aufgesetzter Duschtasse gleicht das Vorgehen dem an einer Badewanne. Auch hier hängt die Eingriffsmöglichkeit stark von der Erreichbarkeit ab.
2. Lösen des Abflusskopfes
Nur bei guter Erreichbarkeit durch die Revisionsöffnung kann das Lösen des Abflusskopfes erwogen werden, um beispielsweise Platz zum Einführen der Abflussspirale zu schaffen. Vor dem Einsatz einer Saugglocke empfiehlt sich das Abstützen des Siphons oder des gebogenen Ablaufrohransatzes.
3. Saugglocke
Normale Pömpel, Pümpel oder Saugglocken erzeugen Luftdruck und Vakuum in einem Druckbereich, dem fachgerechte Rohrinstallationen mühelos widerstehen. Trotzdem sollte nach einem – erfolgreichen – Einsatz möglichst das akustische Ablaufverhalten geprüft werden. Plätschernde Geräusche können auf eine entstandene Beschädigung oder Undichtigkeit im Hohlraum unter der Duschtasse hinweisen.
4. Abflussspirale
Das Einführen einer Abflussspirale ist oft wegen starker Krümmungswinkel nur auf kurzen Anfangsstrecken möglich. Der geringe Rohrquerschnitt verlangt nach den dünnsten Spiralmodellen mit einem Durchmesser von acht Millimetern.
5. Reinigungsmittel
Unter ebenerdigen Duschtassen bestehen die im Mauerwerk beziehungsweise Boden eingelassenen Abflussrohre meist aus Metall. Sie vertragen anorganische Reinigungsmittel, die Hitze entwickeln. Unter aufgesetzten Duschtassen können sowohl Kunststoff- als auch Metallrohre installiert sein. Nach dem Einsatz von giftigen Reinigungsmitteln muss besonders auf langes Nachspülen mit klarem Wasser geachtet werden. Rückstauendes Wasser beim nächsten Duschen kann sonst die Fußhaut verletzen.

7. Toilette

7.1 Geruchssperre und Verrohrung

Eine Toilette mit ihrer Schüssel bringt abweichende Eigenschaften mit. Der Durchmesser des Abflussrohrs einschließlich Eingang misst zwischen zehn und zwanzig Zentimetern. Tiefspüler sind auf dem Boden aufgesetzt und können einen vertikalen oder horizontalen Abwasserausgang besitzen. Sogenannte Flachspüler haben immer horizontale Abläufe. Flachspüler verfügen meist über stärkere Beugungswinkel und Rohrabknickungen im Abflussverlauf. Bei Flachspülern können 180-Grad-Knicke vorhanden sein. Das Ansetzen einer Saugglocke auf einer Toilette ist nicht ganz einfach. Der große Querschnitt macht es zudem schwierig, ausreichenden Luftdruck im Abflussrohr zu erzeugen. Daher ist das Benutzen einer Abflussspirale, einer Plastikflasche oder einer Spezialpumpe erfolgsversprechender. Generell sind Abflussrohre von Toiletten widerstandsfähiger als Abflüsse in Badewannen, Duschen und Waschbecken.

7.2 Reinigungsanleitung für die verstopfte Toilette


1. Wahl des Werkzeugs
Wenn das Wasser bereits über dem Rand der Toilettenschüssel steht, fallen Vakuummethoden meist aus. Neben der Abflussspirale kann zuerst ein Bewegen des Schmutzwassers ausprobiert werden. Dafür eignet sich die Toilettenbürste.
2. Toilettenbürste
Das gestaute Schmutzwasser verfügt über ein Eigengewicht, das zur Reinigung genutzt werden kann. Die Toilettenbürste wird im Schmutzwasser auf- und abbewegt. So erzeugt sie eine zunehmende Wasserdruckbewegung im Abflussrohr. Mit ein wenig Glück kann die Bewegung den Schmutzpfropfen lösen. Die Bewegungsmethode sollte mindestens fünf Minuten angewendet werden. Mehrere Intervalle mit zwischenzeitlichen Pausen können zum langsamen Auflösen der Verstopfungsursache beitragen.
3. Abflussspirale
Eine Abflussspirale wird in die Abflussöffnung eingeführt. Spiralstärken bis zu zwanzig Millimeter sind möglich. Wichtig ist die Biegefähigkeit der Spirale, da insbesondere bei Flachspülern enge Umleitungswinkel bestehen können. Die Abflussrohre von Toiletten sind verhältnismäßig unempfindlich, sodass eine Kraftausübung beim Einführen und Kurbeln stärker als bei anderen Abflüssen sein darf. Meist sind bohrende Spiralköpfe den „zugreifenden“ Krallenformen vorzuziehen, da die Zerstörung des Schmutzklumpens vorrangiges Ziel ist.
4. Saugglocke
Wenn eine Saugglocke angesetzt werden kann, sollte sie unbedingt ausprobiert werden. Um das dichte Aufsetzen zu vereinfachen, kann ein nasser gerollter Lappen oder ein Handtuch in der Schüssel eine luftdichte Barriere bilden.
5. Vakuumpumpe
Seltener im Privathaushalt vorhanden, aber bei Hausmeistern oder Hausverwaltungen gelegentlich ausleihbar sind elektrisch oder hydraulisch betriebene Vakuumpumpen. Sie arbeiten semiprofessionell wie die Kanalreinigungsgeräte gewerblicher Anbieter und erzeugen sehr starken Unterdruck.
6. Reinigungsmittel
Der große Rohrquerschnitt in Toilettenabflüssen verlangt nach längeren Einwirkzeiten von Reinigungsmittel aller Art. Eine höhere Dosierung erhöht die Erfolgschancen nicht. Einwirkzeiten von anorganischen Reinigern und biologisch reagierenden Hausmittel sollten in Einheiten wie über Nacht oder in Tagen bemessen werden. Gutes Lüften und Kontrollen bezüglich Geräuschen und Hitzeentwicklung sind unverzichtbar.

Rohrreinigungswerkzeuge im Vergleich

HerstellerMeisterRSTRidgidCON:PKärcherTurbo­produkteG. Drexl GmbH & Co. KGRothen­berger
ModellRohrreinigungs­welleAbfluss­reiniger "Power Jet PLUS"Rohrreinigungs­welle Power SpinSA220 Pressluft- Rohrreinigungs­pistole für Bad und KüchePC 7.5 Rohrreinigungs­setStampfer BlauHand- Rohr­reinigungs­geräte7.2070 Saug- und Druck­reiniger Ropum Super Plus X
Länge3 m 1 m7,6 mNicht relevant7,5 m51 cm - Jedoch nicht relevant7,5 mNicht relevant
Durch­messer6 mm6 mmFür Rohre mit 20 - 40mm Durch­messerNicht relevantKeine AngabeSaug­glocke 155mm8 mm - Führ Rohre von 20 - 50 mmK.A.
Enthalten sind jedoch 1 kurzer und 1 langer Gummiadapter
Greif-/Reinigungs­werkzeugKralle und Holzheft­kurbelWasser­hahn-Anschluss mit Gewinden und SchläuchenDrehende SpiralePressluft- PistoleRohr­reinigungs­schlauch mit Messing­düseSaugglockeDrehende
Spirale - Elektro­antrieb
Saug- und Druckreiniger
Materialverzinkter DrahtKunststoffKeine AngabeKunststoffSchlauch mit Textil­geflechtPlastikKeine AngabeKeine Angabe
Gewicht798 g159 g2500 g880 g840 g249 g5000 g1900 g
Merkmale✅GS-Geprüft✅Integriertem Rückfluss­verhinderer✅Automatischer Vorschub
✅Sehr lange Spirale
✅Sehr einfache Bedienung✅Extra kurze Messing­düse✅Rippen­profilierung - Für höheres Ansaugvolumen✅Schutz­deckel ist innen konisch - bessere Lage der Spirale✅Doppel­seitige Dichtungs­lippe
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Preis12,48 EUR21,99 EUR77,88 EUR9,99 EUR54,94 EUR16,90 EUR87,39 EUR63,99 EUR
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8. Prävention

 

8.1 Gitter- und Siebeinsätze

Sieb DuscheDas Verstopfen von Abflüssen lässt sich durch ein wenig vorausschauende Nutzung und einfachen Hilfsmitteln verhindern oder wenigstens vermindern. Der Klassiker unter den Schutzmaßnahmen ist der Gitter- oder Siebeinsatz. Er wird als Grobfilter in die Abflussöffnungen von Badewanne, Dusche und Waschbecken eingelegt. Oft stellen Benutzer erst beim Ausleeren und Reinigen der Siebe mit, wie viele Fremdstoffe und Schmutzpartikel sonst direkt in das Abflussrohr gewandert wären. Ein dauerhaftes und regelmäßiges Schmutzpfropfenpotenzial liefern Haare. Langes Kopfhaar sollte nicht über den Ausflüssen ausgekämmt werden beziehungsweise das Bade- oder Duschwasser nicht ohne Sieb abgelassen werden. Einem gesunden Menschen fallen täglich siebzig bis hundert Haare aus.

8.2 Gefährdung durch Fremdstoffe

Auch wenn es sich eigentlich aufdrängt, wird immer wieder übersehen, welche Fremdstoffe ein hohes Verstopfungsrisiko bewirken. Als Hilfspapiere sollten nur geeignete Zellulosestoffe eingesetzt werden. Stärkeres Papier wie Küchenrollen, Servietten oder Zeitungspapier löst sich weniger gut oder gar nicht auf und klumpt schnell im Abflussrohr. Festere und kompaktere Gegenstände wie Binden, Watteprodukte aller Art und Tampons multiplizieren die Verstopfungsgefahr. In Verbindung mit festen Fremdstoffen oder auch für sich allein befördernde bindende Mittel erhöht die Ablagerungswahrscheinlichkeit. Essensreste können sich durch Abkühlen verfestigen. Klebende Substanzen wie Fette beispielsweise aus Kosmetikartikeln bilden schnell Halteanker für die Anlagerung anderer Schmutzpartikel und Teile.

8.3 Details in Benutzung und Gebrauch

Im täglichen Gebrauch können einige Verhaltensdetails die Verstopfungsgefahr senken. Beim Spülen der Toilette sollte die Papierdosierung so gewählt werden, dass sie problemlos in einem Spülvorgang „verschwindet“. Bei einem Wasserdurchlaufvorgang sollte heißes Wasser verwendet werden, um Fettfilmanlagerungen an den Rohrinnenwänden zu reduzieren. Wenn ein vollgesetztes Sieb keine ausreichende Abflussgeschwindigkeit mehr ermöglicht, sollte es nicht herausgenommen werden. Eine kurze Zwischenreinigung und das sofortige Wiedereinsetzen erhalten die Filterfunktion. Als Reinigungshilfen eignen sich alte Spül- oder Zahnbürsten. Wenn sich Haare auf den Stegen der Abflussöffnung gesammelt haben, lassen sie sich mit einer Pinzette gut einsammeln, bevor sie ins Abflussrohr gespült werden.

9. Hauptleitungen und Kanalisation

 

9.1 Haupthähne und Nachbarrohre

Beim häufigeren Auftreten von verlangsamtem Abfluss oder Verstopfungen sollten Begleitumstände geprüft werden. Ein zu niedriger Wasserdruck bei Spülvorgängen kann durch zu klein dimensionierte Spülkästen verursacht werden. Auch ein zu geringes Abwasservolumen entwickelt manchmal zu geringe Wucht, um die Schmutzteile und Partikel sicher in die Kanalisation zu befördern. In Mehrfamilienhäusern sollte bei Verstopfungen immer bei Nachbarn nachgefragt werden, ob kürzlich sanitäre Installationsarbeiten ausgeführt wurden und ob auch dort Verstopfungsanzeichen sichtbar werden. Manche Installateure schließen gemeinsame Fallrohre zeitweise mit einem Montageballon, um trocken arbeiten zu können. Wenn sie den Ballon vergessen, gibt bei allen oberhalb der verschlossenen Zulaufstellen einen Rückstau. Wenn gemeinsame Fall- und Hausleitungen verstopft sind, ist ein Reinigen aus einer einzelnen Abflussstelle nicht möglich.

9.2 Bauseitige und Installationsmängel

Beim relativ regelmäßigen Auftreten von verstopften Abwasserleitungen, vor allem in Neubauten, sollten handwerkliche Ursachen in Betracht gezogen werden. Klassische Bau- und Planungsfehler sind zu geringe Gefälle und zu kleine Querschnitte der Abflussrohre. Gelegentlich werden Rohre falsch herum miteinander verbunden, sodass an jeder Verbindung ein schmutzfangender Innenabsatz entsteht. Unebenheiten im Rohrinneren haben den gleichen Effekt. Sollten Mängel dieser Art vermutet werden, ist das Einführen einer Rohrkamera durch einen sanitären Sanierungsfachbetrieb die unaufwendigste Kontrollart. Eine weitere manchmal nicht beachtete Ursache für verstopfte Abflüsse kann von außen einwirken. Rückstaus in der Kanalisation „drücken“ Schmutz in die Rohre. Fehlende oder defekte Rückschlagklappen erlauben Schmutzeinschwemmungen. Bei sehr alten Gebäuden können verstopfte oder kaputte Sickergruben diesen Rückfluss auslösen. Für gemeinschaftlich genutzte Abwasserleitungen sind immer die Eigentümer des Gebäudes verantwortlich.

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