Hohlraumversiegelung

Hohlraumversiegelung

Hohlraumversiegelung schützt auch an schwer zu erreichenden Stellen effektiv vor Korrosion

1. Handeln bevor es zu spät ist!

HohlraumversiegelungRost ist eine der größten Gefahren für jedes Fahrzeug, er kann vor allem bei älteren Gebrauchtwagen die Verkehrssicherheit beeinträchtigen und die Nutzungsdauer herabsetzen. Auch wenn ein Auto durch Auftrag eines Unterbodenschutzes gegen Korrosion geschützt wird, dringt nach wie vor Feuchtigkeit und Streusalz in die diversen Hohlräume einer Karosserie ein. Die feuchte, salzhaltige Luft in einem Hohlraum trägt zum beschleunigten Rostfraß bei. Autohersteller präparieren die Hohlräume ihrer Neuwagen zwar mit einem Schutzwachs, doch nach einigen Jahren wird der Wachs spröde und bekommt erste Risse. Dann wäre eine Erneuerung der Versiegelung nötig, doch da kaum ein Autofahrer die Hohlräume seines Wagens inspiziert, bleibt die Auffrischung der Konservierung meist aus. Wenn auch tragende Fahrzeugteile wie Schweller von innen rosten, führt die Vernachlässigung des Hohlraumschutzes früher oder später zu einer Beanstandung bei der Hauptuntersuchung. Zu diesem Zeitpunkt sind die Bauteile oft schon derart durch Rost geschädigt, dass ein teurer Werkstattaufenthalt unvermeidlich wird.

2. Diese Fahrzeugteile sind gegen Rost zu schützen

Besitzer von Oldtimern können sich glücklich schätzen, denn Rost in Hohlräumen tritt bei historischen Fahrzeugen kaum auf. Bis in die 1960er Jahre besaßen Autos ein aus massiven Längsträgern und Querträgern bestehendes Chassis mit entsprechendem Gewicht. Auch der legendäre VW Käfer hatte einen Plattformrahmen, der sämtliche Fahrzeugelemente trug. Die heutigen selbsttragenden Karosserien zeichnen sich durch geringes Fahrzeuggewicht und geringen Materialverbrauch aus. Bei dieser Bauart gewährleisten verwindungssteife Hohlprofile eine hohe Fahrstabilität. Leider stellen diese Hohlprofile auch Angriffspunkte für Rost dar. Zu den anfälligen Fahrzeugteilen gehören Schweller, A-Säule, B-Säule, C-Säule, und Radläufe. Auch Türen, Kofferraumdeckel und Motorhaube besitzen Hohlräume und sind gegen Rost zu schützen. Eine Hohlraumversiegelung muss nicht teuer sein, investiert man ein wenig Geld und Zeit. Am besten lässt sich die Versiegelung in einer Hobbywerkstatt durchführen. Hier stehen Werkstattgruben, Hebebühnen und Kompressoren bereit. Auch um die fachgerechte Entsorgung überschüssiger Konservierungsmittel muss sich der Autofahrer in der Hobbywerkstatt keine Gedanken machen.

3. Hohlraumversiegelung per Sprühsystem oder aus der Sprühdose

Hohlraumversiegelung DruckbecherpistoleDie im Handel angebotenen Produkte zur Hohlraumversiegelung basieren meist auf Fett oder Wachs. Einige Hersteller setzen auch auf ölige Substanzen, die sich durch eine besonders gute Kriechfähigkeit ausweisen sollen. Teilweise sind die Produkte vor der Anwendung auf eine bestimmte Temperatur zu bringen. Bei der Verwendung von Korrosionsschutzfett etwa beträgt die optimale Temperatur 120° Grad Celsius. Für das Einbringen der Füllmassen in die Hohlräume werden 50 cm lange Sonden verwendet, die per Schlauch mit einem Sprühsystem verbunden sind. Ein Sprühsystem besteht aus einer mit einem Kompressor verbundenen Sprühbecherpistole. Da nicht jeder Autofahrer über einen Kompressor verfügt, bietet der Handel auch Spraydosen inklusive flexibler Sprühsonden an, die sich zur gezielten Versiegelung einzelner Hohlräume eignen. Liegt bereits ein stärkerer Rostbefall vor, müssen die Hohlräume vor der Konservierung mit einem Rostumwandler behandelt werden. Ein Rostumwandler zersetzt den Rost und löst ihn vollständig vom Untergrund ab. Nach Verstreichen der Einwirkungszeit lässt sich das gelöste Rostpulver mit Wasser aus dem Hohlraum spülen. Sobald der Hohlraum ausgetrocknet ist, kann die Hohlraumversiegelung beginnen.

3.1 Gute Vorbereitung macht die Konservierung leicht

Vor Beginn der Hohlraumversiegelung ist der Arbeitsplatz sorgfältig abzudecken. Der Boden sollte mit einer Plane geschützt werden, da auch bei großer Umsicht mit dem Herabtropfen von klebriger Konservierungsmasse zu rechnen ist. Beim Einsprühen der Versiegelung kann Sprühnebel an anderen Öffnungen eines Fahrzeugteils austreten. Der Autofahrer sollte sich daher vor Beginn der Arbeit mit Arbeitshandschuhen, Schutzbrille und Mundschutz schützen. Um einen guten Zugang zu allen Hohlräumen zu erhalten, sind zuvor alle störenden Verkleidungen und Bauteile wie Stoßstangen zu entfernen. Die Autohersteller sehen für Arbeiten an den Hohlräumen Zugangslöcher vor, in die sich die Sonden einführen lassen. An älteren Fahrzeugen ohne Zugänge müssen gegebenenfalls erst Zugangslöcher gebohrt werden. Die Füllmasse soll natürlich nur dorthin, wo sie auch erwünscht ist. Daher sind Fahrzeugteile wie die Bremsen vor dem Sprühnebel zu schützen und mit Folie sorgfältig abzukleben. Auch elektrische Leitungen und Kabel dürfen nicht mit der Korrosionsschutzmasse in Kontakt kommen und sind abzukleben. Der Grund: Steckverbindungen können durch das kriechfähige Füllmaterial überdeckt und isoliert werden. Die elektrische Verbindung würde unterbrochen und eine Funktionsstörung ausgelöst.


3.2 Anleitung: Hohlraumversiegelung Schritt für Schritt

Vorgehensweise bei einer Hohlraumversiegelung mit Druckbecherpistole & Druckluftanschluss:

Zunächst wird die erwärmte Konservierungsmasse in den Behälter der Druckbecherpistole gefüllt. Anschließend wird der Schlauch mit der Sonde tief in den Hohlraum eingeführt und während des Sprühens langsam wieder herausgezogen. Dabei ist die Sonne nach allen Seiten zu drehen, um eine gleichmäßige Verteilung der Masse zu gewährleisten. Austretendes, überschüssiges Wachs oder Fett ist direkt abzuwischen. Je nach Gestalt des Hohlraums bietet sich die Verwendung einer Hakendüse oder einer Rundumdüse an. Sensible Bereiche wie Schweißnähte, Faltungen und Überlappungen sind mehrmals zu übersprühen, da an diesen Stellen nur eine dicke Konservierungsschicht einen ausreichenden Rostschutz bietet. Während der Arbeit an den Türen sind die Sicherheitsgurte vollständig herauszuziehen, um ein Verschmutzen der Gurte und der Aufrollmechanik zu verhindern. Die Türen sind zuerst im unteren Bereich zu versiegeln; weiter oben ist Vorsicht geboten, da das Fensterglas mit der Füllmasse in Kontakt kommen und mit der klebrigen Masse beschmutzt werden kann. An derart sensiblen Stellen ist die Konservierungsmasse bevorzugt mit dem Pinsel aufzutragen. Nach Ende der Arbeiten ist das Sprühsystem per Druckluft auszublasen oder auszuspülen. Das in der Druckbecherpistole verbliebene Fett kann für eine weitere Verwendung zurückgegossen oder entsorgt werden. Durch das gute Kriechvermögen der Konservierungsmittel bleiben nach einer Hohlraumversiegelung auch kleine verwinkelte Ecken in den Hohlräumen vor Rost geschützt. Die neue Konservierung stellt einen langfristigen Schutz gegen Rostnester her und verhindert für viele Jahre den Rostbefall wichtiger Fahrzeugteile.

Die Vorgehensweise bei einer Hohlraumversiegelung aus der Sprühdose ist vom Ablauf her gleich, jedoch ist kein separater Druckluftanschluss & Druckbecherpistole nötig.

4. Hohlraumversiegelung im Vergleich

HerstellerLiqui MolyFLUID-FILMNigrinWerkstatt-­ProduktePrestoLiqui MolyLiqui Moly
ModellHohlraum-­Versiegelung transparent, 1 lAS-R 400 ml SprühdoseHohlraum­konservierer MW Hohlraum­versiegelung Hohlraum­schutzFond Hohlraum-­Versiegelungs-­Wax-SprayHohlraum-­Versiegelung transparent, 500 mlWachs-­Korrosions-­Schutz
GefäßSpraydoseSprühdose inklusive 60cm SondeDose mit Rüssel-­SprühkopfDose inklusive 50cm Sonde2 Dosen inklusive Sprüh­sondeSpraydoseSpraydose
Menge1 Liter3 x 400 ml = 1.200 ml500 ml400 ml2 x 500ml = 1 Liter500 ml500 ml
Awendungs­bereich / WirkungHohlraum­versiegelung bei Neufahr­zeugen , Nach­behandlung von Versiegelungen und Ergänzung des Korrosions­schutzes nach Unfall­reparaturZum Pflegen, Konservieren, Rostlösen und als Schmiermittel.Tränkt vorhandenen und stoppt weiteren Rost in Hohl­räumen, Türen und Seitenteilen.Korrosions­schutz für Hohl­räume im Kraft­fahrzeug und in MaschinenDas kriechfähige ­Hohlraum­wachs wird in Karosserie­hohlräumen aufgetragen und verhindert dadurch KorrosionHohlraum­versiegelung bei Neu­fahrzeugen , Nach­behandlung von Ver­siegelungen und Ergänzung des Korrosions­schutzes nach Unfall­reparaturSchutz oder Nach­konservierung aller außen- oder innen­liegenden Karosserie­teile sowie zur Behandlung von Fahrzeug­teilen
FarbeTransparentk.A.SchwarzBräunlichTransparentTransparentBraun/­Transparent
BasisWachs-BasisLanolin­basisk.A.k.A.Wachs-BasisWachs-BasisWachs-Basis
Merkmale✅Erst­ausrüster Qualität

✅Schnell­trocknend
✅Bis zu 4 Jahre Schutz­dauer✅Rüssel-­Sprühkopf erleichtert das Erreichen schwer zugänglicher Stellen✅Sonde erleichtert das Erreichen schwer zugänglicher Stellen✅360° Sprüh­winkel durch Sonde✅Erstausrüster Qualität

✅Schnell­trocknend
✅Erst­ausrüster Qualität

✅Schnell­trocknend
Bewertungen
Preis10,99 EUR32,30 EUR9,99 EUR4,55 EURDerzeit nicht verfügbar10,73 EURab 9,99 EUR
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5. 


Wachs oder Fett – was konserviert besser?

KorrosionsschutzfettEine gute Hohlraumversiegelung sollte weder den Decklack noch Gummi oder Kunststoffteile angreifen. Die meisten Hersteller setzen auf Wachse oder Fette für die Versiegelung. Wachs kommt auch bei Neufahrzeugen zum Einsatz und bietet für einen gewissen Zeitraum einen wirksamen Hohlraumschutz. Nach einigen Jahren wird Wachs jedoch spröde, so dass erneut Feuchtigkeit in die Hohlräume eindringt und eine Auffrischung der Konservierung erforderlich wird. Ein Vorteil von Wachs ist die leichte Verarbeitung, da Wachs weder tropft noch abläuft. Fett besitzt ein gutes Kriechvermögen und zeichnet sich durch eine lange Haltbarkeit aus. Allerdings kann sich Fett bei hohen Temperaturen im Sommer verflüssigen, so dass es aus den Wasserablauflöchern eines Fahrzeugs austropfen kann. Konservierungsfett muss zudem vor dem Einsprühen in die Hohlräume erst aufgewärmt werden und der Anwender benötigt zum Einsprühen eine Druckbecherpistole mit Kompressor. Produkte auf Wachsbasis lassen sich dagegen auch in Spraydosen konfektionieren und sind für Beginner einfacher handhabbar. Vor dem Kauf sollte der Autofahrer die Vor- und Nachteile von Wachs und Fett als Basis für Konservierungsmittel abwägen. Guten Schutz gegen Korrosion bieten beide Stoffe.

6. Eine Hohlraumversiegelung zahlt sich aus

Nach einer Hohlraumversiegelung ist das Fahrzeug für mehrere Jahre gegen Rost geschützt. Der Autofahrer weiß sein Fahrzeug verkehrssicher und kann beruhigt der nächsten HU entgegenschauen. Mit einer Hohlraumversiegelung ist auch eine Wertsteigerung verbunden. Wer die Hohlraumversiegelung dokumentiert, kann bei einem Verkauf einen höheren Verkaufspreis herausschlagen. Tipp: während der Hohlraumversiegelung zum Nachweis Fotos mit Datum per Smartphone anfertigen. Der Materialeinsatz für eine komplette Hohlraumversiegelung liegt bei 100 bis 200 Euro. Hinzu kommen Kosten für Werkzeuge wie Sprühsystem, Sonden und Behälter zur Erwärmung der Konservierungsmasse. Angesichts des gesteigerten Fahrzeugwerts und im Vergleich zu den Kosten, die eine Kfz-Werkstatt für eine Hohlraumversiegelung verlangt, ist die selbstständige Hohlraumversiegelung eine sinnvolle Investition. Ein Fachbetrieb verlangt für die Hohlraumversiegelung eines Fahrzeugs der Mittel- oder Oberklasse bis zu 1.200 Euro – die Ersparnis liegt auf der Hand. Wer zum ersten Mal eine Hohlraumversiegelung durchführt, sollte einen Arbeitstag einplanen. Die Zeit für Vorarbeiten und zur Aufbereitung der Füllmasse wird oft unterschätzt. Mit ein wenig Routine lässt sich bei einem Kompaktwagen eine Hohlraumversiegelung auch schon nach vier Stunden abschließen.

6.1 Video: Professionelle Hohlraumversiegelung

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