Wasserzähler

Wasserzähler

Die Wassermengenerfassung kann digital oder analog erfolgen

1. Verbrauch immer im Blick!

WasserzählerWasser ist eine kostbare Ressource. Wenn Wasser aufbereitet und über ein Netz von Rohrleitungen bis in die Haushalte verteilt wird, entstehen Kosten. Für die Umlegung der Kosten ist die Messung des von einzelnen Verbrauchern abgenommenen Frischwassers nötig. Das Messen des Wasserdurchflusses erfolgt mit Wasserzählern, im Volksmund auch Wasseruhren genannt. Trinkwasser ist ein wichtiges Lebensmittel, daher werden an alle mit dem Wasser in Kontakt kommende Installationen wie dem Wasserzähler hohe hygienische Anforderungen gestellt. Das Messgerät soll daneben möglichst genau und zuverlässig arbeiten. Die Fehlertoleranzen sollten in einem zu vernachlässigenden Rahmen bleiben. Während in der Industrie verschiedene Bauformen von Wasserzählern zum Einsatz kommen, ist im häuslichen Bereich nur der Flügelradzähler von Bedeutung.

2. Wie funktioniert ein Wasserzähler?

Der Hauswasserzähler wird vom Wasserversorger installiert und gewartet. Hauswasserzähler sind verplombt und dürfen ausschließlich von Fachpersonal des Versorgungsunternehmens inspiziert werden. Für die sachgerechte und den rechtlichen Vorschriften entsprechende Installation aller hinter dem Hauswasserzähler installierten Wohnungswasserzähler ist der Hauseigentümer verantwortlich. Als Wohnungswasserzähler kommen fast ausschließlich Flügelradzähler zur Anwendung.

Den Flügelradzähler gibt es in zwei Bauformen:

• Einstrahl-Flügelradzähler

• Mehrstrahl-Flügelradzähler

Wasserzähler WohnungIn Eigenheimen und Mehrfamilienhäusern hat sich der Einstrahl-Flügelradzähler durchgesetzt. Diese Bauform ist für Nenndurchflüsse bis zu 15 m³ pro Stunde ausgelegt. Das Funktionsprinzip ist einfach. Auf einer Seite strömt das Wasser in den Wasserzähler hinein und versetzt das Flügelrad in Drehung. Auf der anderen Seite tritt das Wasser wieder aus. Das Flügelrad überträgt seine Drehung auf ein Rollenzählwerk, an dem sich der Wasserverbrauch ablesen lässt. Üblich ist eine Anzeige in Litern und Kubikmetern.

Einstrahl-Flügelradzähler sind als Nassläufer oder Trockenläufer erhältlich. Der Nassläufer verbindet die Achse des Flügelrads direkt mit dem Zählwerkgetriebe, daher kommen alle Bauteile mit dem durchfließenden Wasser in Kontakt. Nach einiger Zeit veralgt jedoch das Schauglas und macht einen unhygienischen Eindruck. Die modernere Variante des Einstrahl-Flügelradzählers ist der Trockenläufer. Hier ist das Zählwerk von der Flügelradachse getrennt. Eine Magnetkupplung überträgt die Drehung auf das Getriebe des Zählwerks, das so mit dem Leitungswasser nicht in Kontakt kommt. Auf Grund der Vorteile haben Trockenläufer die schlichter aufgebauten Nassläufer fast vollkommen vom Markt verdrängt.

3. Montage eines Wasserzählers

Die Anbringung eines Wohnungswasserzählers kann als Aufputz- oder Unterputzmontage erfolgen. Beim Einbau eines Wasserzählers sind gesetzliche Vorschriften zu beachten, die der Einhaltung von Hygiene und der Sicherheit bei der Trinkwasserversorgung dienen. Fehler bei der Montage eines Wasserzählers können die Gesundheit der Bewohner beeinträchtigen oder zu fehlerhaften Auswertungen führen, daher sollte die Montage schon aus rein rechtlichen Gründen durch einen Fachbetrieb erfolgen.

3.1 Aufputz-Montage

Bei der Aufputz-Montage wird der Wasserzähler in ein frei zugängliches Wasserrohr montiert. Zur Überbrückung unterschiedlich großer Abstände sind die für eine Aufputzmontage ausgelegten Wasserzähler in verschiedenen Längen erhältlich.

3.2 Unterputz-Montage

Unterputz ZählerEin Unterputz-Zähler wird in ein fest installiertes Unterputz-Gehäuse eingesetzt. Bei Neubauten ist die Einbringung eines Unterputz-Gehäuses Standard. In Altbauten sieht man dagegen oft Ventilzähler, die direkt auf einem Absperrventil sitzen. Ventilzähler lassen sich relativ leicht nachrüsten und stellen eine wirtschaftliche Option für die Wohnungswasserzähler-Montage dar.

Ein Flügelradwasserzähler lässt sich auch direkt an einem Waschbecken oder einem Zapfhahn montieren. Diese Art der Montage wird oft gewählt, wenn eine spezifische Zapfstelle gemessen werden soll. So sind Gartenbesitzer zum Beispiel oft an der Volumenmessung einer spezifischen, für die Bewässerung genutzten Zapfstelle interessiert. Durch den separaten Wasserzähler lässt sich dem Wasserversorger der Bewässerungsaufwand nachweisen und die Abwassergebühr senken.

4. Eichung oder Neukauf?

Für die Messung von Warmwasser oder Heizwasser eingesetzte Wasserzähler sind auf Grund von Ablagerungen einem höheren Verschleiß ausgesetzt. Doch auch die Lebensdauer von ausschließlich für Kaltwasser eingesetzten Wasserzählern ist begrenzt, da Kalk und Mineralien die Mechanik und somit die Genauigkeit Wasserzähler auf Dauer herabsetzen. Aus diesem Grund sieht das Eichgesetz Intervalle für die Eichung von Wasserzählern vor. Kaltwasserzähler sind alle 6 Jahre und Warmwasserzähler alle 5 Jahre zu eichen. Bei Wohnungswasserzählern lohnt sich die Eichung nicht, da Ausbau, Eichung und Einbau einen hohen Kostenaufwand verursachen. Der Kauf eines neuen Flügelradzählers ist fast immer günstiger und stellt eine sinnvolle Investition dar.

5. Haben Mieter einen Anspruch auf einen eigenen Wasserzähler?

Wasserzähler für Wohnungen werden oft im Zuge einer Modernisierung eingebaut, um eine verbrauchsgerechte Messung des Wassers für jede Wohnung vorzunehmen. Noch sind zahlreiche Häuser in Deutschland nicht mit Wohnungswasserzählern ausgestattet und besitzen lediglich einen Hauswasserzähler. In diesem Fall erfolgt die Umlage des Wasserverbrauchs auf Basis der Wohnfläche. Die Bindung der Wohnfläche an den Wasserverbrauch eines Haushalts ist wenig überzeugend und hat sogar schon zu gerichtlichen Auseinandersetzungen geführt. Mieter haben in Deutschland aber keinen Anspruch auf die nachträgliche Installation von Wohnungswasserzählern. Ohne Zweifel führt die verbrauchsabhängige Berechnung zu mehr Gerechtigkeit und kann Streitigkeiten zwischen Mietparteien vermeiden helfen. Im Sinne eines guten Hausfriedens sind Vermieter daher oftmals selbst an einer Nachrüstung interessiert. Der Gesetzgeber stellt einen Anreiz bereit, denn ein Vermieter kann 11 % der durch den Einbau und Anschaffung der Geräte verursachten Kosten auf die Jahresmiete umschlagen. Voraussetzung ist die lückenlose Ausstattung aller Wohnungen mit Wasserzählern.

5.1 Welche Kosten verursacht ein nachlaufender Wasserzähler?

Die als Wohnungswasserzähler überwiegend eingesetzten Flügelradzähler messen die Geschwindigkeit des durchfließenden Wassers per Flügelrad. Konstruktionsbedingt neigen diese Wasserzähler zu einem gewissen Nachlauf. Nach dem Schließen der Zapfstelle dreht das Flügelrad für eine gewisse Zeit nach und erhöht die Anzeige gegenüber dem tatsächlich entnommenen Wasservolumen hinaus. Der Nachlaufeffekt macht sich umso stärker bemerkbar, je öfter kleine Wassermengen entnommen werden. Selbst bei vielen kleinen Wasserentnahmen ist die Wirkung auf die Jahresabrechnung jedoch marginal. Der Nachlaufeffekt ist umso größer, je abrupter der Wasserzulauf unterbrochen wird. Beim raschen Schließen eines Einhebelmischers wird der Wasserfluss unmittelbar abgeriegelt, was zu einem längeren Nachlauf führt. Vermeiden lässt sich dies durch langsames Schließen von Einhebelmischern. Nebenbei lassen sich so auch Druckstöße vermeiden, die zur Belastung der Wasserrohre oder gar zum Wasserrohrbruch führen können.

6. Ein Gartenwasserzähler senkt die Abwassergebühr

Gartenwasserzähler / GaragenwasserzählerEin Gartenwasserzähler wird verwendet, um dem Wasserversorger die nicht dem Abwassersystem zugeführte Wassermenge nachzuweisen. Ebenso wie andere Wasserzähler haben Gartenwasserzähler eine Eichfrist von 6 Jahren und sind nach diesem Zeitraum zu ersetzen. Sie dürfen nur an der Entnahmestelle installiert werden, an der das Brauchwasser nicht dem Abwassersystem zugeführt wird. Nach der Montage muss der Wasserversorger den Gartenwasserzähler abnehmen und verplomben. Im Zuge der Abnahme wird der Zählerstand festgehalten. Bei einem Gartenwasserzähler ist besonders auf eine frostgeschützte Installation zu achten. Erfolgt die Installation des Messgeräts in einem unbeheizten Raum wie einer Garage, lässt sich der Frostschutz zur Not fallweise durch einen Frostwächter herstellen.

7. Unterschiede zwischen Wasserzähler und Wassermengenzähler

Ein Wassermengenzähler wird in eine Schlauchverbindung eingesetzt und misst ähnlich wie ein Wasserzähler die durchflossene Wassermenge. Die Ausgabe der gemessenen Werte erfolgt meist auf einem Display. Der Wassermengenzähler dient der Information des Nutzers und kann ihn zu einem nachhaltigem Umgang mit Wasser befähigen. Im Gegensatz zum Wasserzähler dienen die Werte ausschließlich der Information des Nutzers und werden nicht dauerhaft gespeichert. Anwendungsbereiche für den Wassermengenzähler finden sich im sanitären Bereich und im Garten. Zwischen Duschkopf und Armatur installiert informiert der Wassermengenzähler den Nutzer zum Wasservolumen und misst die Wassertemperatur. Anders als der Wasserzähler unterliegt der Wassermengenzähler keiner Eichung. Er dient nicht zum Nachweis des Wasserverbrauchs gegenüber dem Wasserversorger. Im Gartenbereich gibt ein am Gartenschlauchende montierter Wassermengenzähler die aktuelle Durchflussmenge aus und misst den Wasserverbrauch im Laufe eines Tages der während der gesamten Saison

8. Was ist beim Kauf eines Wasserzählers zu beachten?

Wer einen Wohnungswasserzähler installieren lassen möchte, sollte zu einem Einstrahl-Flügelradzähler in der Bauform als Trockenläufer greifen. Gegenüber dem Nassläufer überzeugt der Trockenläufer durch die Trennung der Anzeige vom nassen Element und den geringeren Verschleiß. Bei der Auswahl des Messgeräts ist darauf zu achten, dass ein Magnetschutz verbaut ist. Ein als Trockenläufer ausgelegter Flügelradzähler besitzt eine magnetische Kupplung, die durch einen externen Magneten beeinflusst werden kann. Der Magnetschutz unterbindet eine Manipulation der im Gerät enthaltenen magnetischen Kupplung. Zweites wichtiges Kriterium ist ein präzise arbeitendes Rollenzählwerk mit geringen Fehlertoleranzen. Die Anzeige sollte klar und leicht ablesbar sein. Gehäuse und Schauglas sollten durch Stabilität überzeugen. Der Wasserzähler sollte eine aktuelle, auf das Erwerbsjahr bezogene Eichung besitzen. Zum Lieferumfang sollte auch eine Verplombung gehören. Für den Installateur ist eine gute verständliche Montageanleitung hilfreich, da es Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen verschiedener Hersteller gibt.

An einem guten Wohnungswasserzähler finden sich folgende Anzeigen und Auszeichnungen:

– Eindeutige Gerätenummer
– Fortlaufende Kubikmeteranzeige mit drei Nachkommastellen
– Bauartzulassung
– Hinweis auf Eignung für horizontalen oder vertikalen Einbau
– Funktionskontrollanzeige
– Angabe zur maximalen Wassertemperatur
– Angabe Nenndurchfluss in m³/h

Ein zertifiziertes Messgerät entspricht den europäischen Normen und trägt die CE/M Kennzeichnung. Kaltwasserzähler dürfen bis zu einer Wassertemperatur von 40° Celsius eingesetzt werden. Warmwasserzähler lassen sich bis zu der vom Hersteller freigegebenen Temperatur verwenden.

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